deMolays Gedankenlog

Hier regnet es schon den ganzen Tag. Ich komme gerade von einer
Verhandlung zurück und muss morgen schon um 0600 nach Osnabrück fahren,
eine größere Strafsache in Osnabrück. Große Lust habe ich ja nicht
drauf, so lange fahren...



Gestern Abend saßen meine liebste Mitbewohnerin mal wieder auf dem
Balkon und haben nen bißchen gequatscht, Musik gehört und dazu ein paar
Bierchen getrunken. Da hat sie mir dann was merkwürdiges erzählt...

Wir erinnern uns einmal zwei Wochen zurück, als sie mich morgens aus
dem Bett holte, weil ihre Tasche "geklaut" war, was ja dann alles gut
ausging. Gestern erzählte sie mir nun, dass sie just in dem Moment, als
sie bemerke, dass ihre Tasche weg war, einem Typen, der sie massiv
angebaggert hat, ihre Handynummer geben wollte und später wohl auch
noch mit ihm irgendwohin verschwunden wäre.

Dann aber war die Tasche weg und sie hatte dafür keinen Kopf mehr.

Ein Wink des Schicksals, würde ich mal behaupten... ;-)

Spannend wird es dann ja, wenn man beachtet, dass ich den Tag
eigentlich gar nicht zu Hause gewesen wäre, sondern nur nicht nach
Cuxhaven gefahren bin, weil ich mich aus heiterem Himmel plötzlich
krank fühlte und somit überhaupt den ganzen Kram für sie erledigen
konnte.

Noch interessanter ist, dass bei ihrer Tasche ja nichts fehlte. Kein Handy, kein Geld, kein gar nichts. War ja noch alles da.

Und jetzt erzählt mir mal jemand, dass das nur Zufälle waren... Das war
mal Schicksal, damit sie sieht, wer in schwierigen Situation für sie da
ist. Nicht irgendwelche Typen in schummerigen Clubs (die nebenbei
gesagt, wohl auch noch irgenwie in ner Partnerschaft sind...), sondern
meine Wenigkeit.

Deshalb, danke liebes Schicksal



Dazu, und jetzt wird es etwas bizarr, haben eine Freundin und ich
vorgestern einmal Tarot-Karten gelegt. Ich glaube eigentlich nicht an
so etwas. Ehrlich gesagt, halte ich sogar für Murks. Aber gut. Ich will
erzählen, was passiert ist. Ich stelle also die Frage "Wie gehts mit
ihr und mir weiter?" und ziehe die Karte, meine Freundin legt sie und
was decke ich als Zukunftskarte auf? Die Liebenden. Unglaublich, oder?





1 Kommentar 25.8.05 16:07, kommentieren

Mein Auto geht heute durch den TÜV...Ich bibbere schon. Hoffe, er schafft es, der Kleine...

2 Kommentare 24.8.05 11:09, kommentieren

Immer noch völlig fertig. Seit Stunden vegetiere ich im Bett dahin, bin geschafft von gestern Abend bzw. gestern Nacht.

Eigentlich sollte es nur ein kleiner Spieleabend werden. Wir wollten
mit ein paar Leuten bei den Eltern von meiner liebsten Mitbewohnerin
(a.k.a. meine Lieblingssirid) ein bißchen grillen und dann ein bißchen
Gesellschaftspiele spielen und quatschen. Was wir dann auch alles so
gemacht haben... Naja, fast zumindest.

Irgendwann, kurz nach dem Grillen, fragte ihr Vater in die Runde, ob
jemand einen Whisky wolle. Da war er bei mir natürlich an der richtigen
Adresse und ich stimmte zu. Dann holte er einen 16jährigen Bushmills
aus dem Schrank, hatte ich noch nie probiert und war dementsprechend
gespannt drauf. War auf jeden Fall ein sehr gutes Tröpfchen mit einer
schönen Sherrynote und sehr weich auf der Zunge und im Abgang.

Wie sich dann im Laufe des Abends herausstellte, ist ihr Vater, ebenso
wie ich selbst, ein Hobbysammler von Whiskys. Was natürlich zwischen
ihm und mir dann auch ein guter Gesprächseröffner war.

So verging dann die Zeit mit spielen und quatschen, während ihr Vater
und ich uns immer fröhlich nachschenkten und gegen 02:30 in der Früh
dann auch die komplette Flasche geleert hatten und ich ihn für
irgendwann in den nächsten Wochen mal zu uns in die WG einlud, damit
ich mich revanchieren könne und eine kleine Whiskyverkostung aus meiner
Sammlung veranstalten würde. Das werden wir dann auch irgendwann mal
machen.

Ich bin dann durch meinen nächtlichen Heimatort zu meinen Eltern
gewankt und hab da ein paar Stunden gepennt, bin aber relativ früh
schon wieder in meine WG gefahren und lieg seitdem auch fast nur im
Bett... ;-)



Alles in allem war das aber ein Klasseabend. Gerade auch, weil ich mich
so prächtig mit ihren Eltern verstanden habe und irgendwie manchmal das
Gefühl hatte, das wir ein richtiges Pärchen wären und nicht "nur" zwei
gute Freunde. Ich bin mal gespannt, ob ihre Eltern irgendwas gesagt
haben...mal schauen, was sie erzählt, wenn sie nachher wieder kommt...

Und vielleicht, ja vielleicht, ist das Ende in dieser Geschichte doch noch nicht geschrieben...

2 Kommentare 21.8.05 18:02, kommentieren

Ich bin allein.

Statt eines Essens haben wir getrunken. Zwei Freunde und ich. Bier,
Wein, Wodka. Getrunken und die Wahrheit gesucht, aber doch nur die
Wirklichkeit gefunden. Sie sind weg. Gegangen. Die Bahn ist gekommen
und hat sie nach Hause gebracht.

Für mich gibt es heute keine Bahn, auf die ich warten kann. Ich bin zu
Hause. Es gibt keine Hoffnung, dass am Ende des Nachhauseweges jemand
ist, der mich erwartet. Da ist niemand. Nur ich. Nur meine Gedanken.
Nur mein Gefühl der Trunkenheit. Ein Stückchen Heimat, für wahr. Aber
bedenke, manches, was man erreicht hat, war niemals ein Ziel. Man ist
einfach angekommen, an einem Platz an dem man nie sein wollte.

Bilder rasen durch mein Kopf. Ein voller Mond, der in mein Zimmer
scheint und es erhellt. Aber das ist außen. Das Innere liegt still,
kein Wind regt sich, kein Licht erhellt das, was dunkel ist seit
Jahren. Vor Tagen glaubte ich einen Sturm spüren zu können, ein Sturm,
der aufzieht und dessen Vorboten sich Luft verschaffen im Hier und
Jetzt. Aber es war kein Sturm. Es war nicht einmal ein Unwetter. Nur
ein Lüftchen, etwas was schon vergessen ist, im Moment des Erlebens.

Ich jammere.

Und ich bemitleide mich dafür. Ein Kreislauf, der niemals aufhört.



1 Kommentar 20.8.05 01:27, kommentieren

Heute morgen, um 0703 sagt S. das ihr von mir zum Geburtstag geschenkte
Essen ab. Ihr Freund zieht um. Großartig. Nicht, dass man das schon mal
ein paar Tage vorher weiß...

Und was mache ich jetzt mit dem ganzen Essen im Kühlschrank?

Die wahrscheinlichste Variante ist, dass ich mich morgen alleine im
Kerzenschein und mit viel Nahrung und Wein in die Küche unserer
ansonsten leeren WG (da ich die anderen beiden schön ausquartiert
hatte) setze und meine Zeit alleine mit meinen bescheidenen Kochkünste
verbringe.



Immerhin hab ich gestern ein Lob von meinem Anwaltschef bekommen. Ich
habe nämlich für eine Freundin, die gekündigt worden ist und ein
miserables Zeugnis bekommen hat, ein neues Zeugnis gefertigt, welches
dann wohl wirklich gut gelungen war und mir ein "Gut gemacht" von dem
Anwalt einbrachte.

Hoffe nur, dass der hohlbratzige Chef von der Freundin dieses Zeugnis
jetzt auch so anfertigt. Ansonsten müssen wir das wohl in der Kanzlei
doch einklagen...





3 Kommentare 18.8.05 10:52, kommentieren

Gestern, 7:30 morgen in meiner WG. Ein lautes Geräusch reißt mich aus
meinen Träumen, nach sekundenlangem traumschweren herumgerate, was es
denn sein könnte, identifiziere ich es als Haustürklingel und schleppe
mich dorthin.

Wer kommt mir entgegen gestolpert und das im wörtlichen Sinne? Meine
Lieblingssirid. (die, nebenbei bemerkt, Samstag erst irgendwann aus dem
Urlaub wiedergekommen ist und die ich am Abend gar nicht gesehen habe,
weil sie um 22:00 als ich von der Arbeit kam, schon wieder weg war)

Sie (im betrunkenen, leicht lallenden Tonfall": "Ich bin beklaut worden. Alles weg."

Ich: "Aäh"

Sie:"Meine Tasche, Handy, Schlüssel, weg"

Ich:"Aähhh ja...hä? Wo kommst du überhaupt her?"

Sie:"Auf ner Party"

Ich: "Na, ja...gut..."

Sie: "Kannst du für mich das alles sperren?"

Ich: "Äh, was?"

Sie: "Karte, Handy und so"

Ich: "Hmpf...ja...naja...is gut."



Also, ich völlig schlaftrunken und mit dickem Schädel, wegen
anrauschender Grippe, morgens um 7:30 bei Telefongesellschaften und
Banken angerufen und den ganzen Kram gesperrt. Ewig gedauert hat das.
Bis ich mal mit einem Kundenberater sprechen konnte und nicht diese
nervigen und elend dummen Sprachcomputer am Rohr hatte, war fast eine
Stunde vergangen.

Dann aber hatten wir (eigentlich ja ich) alles so gemanagt, dass nix mehr passieren konnte.



Am Nachmittag stellt sich dann (nach einem Anruf bei der Bar, wo sie
gefeiert hat) heraus, dass ihre Tasche sammt Inhalt doch wieder
aufgetaucht war. Vor der Tür. Im Busch. Nix hat gefehlt, alles noch da,
die ganze Aufregung also umsonst. Ich hab sie dann noch zu der Bar nach
Hamburg rein gefahren und danach war wieder alles gut.



Hach, und das alles um 0730 am Morgen. Frauen ;-)

3 Kommentare 15.8.05 18:26, kommentieren

Dieses Wetter zehrt an meinen Nerven. Ich schaue aus dem Fenster und
sehe den Herbst, ich schaue in mich hinein und fühle den Herbst. Alles
scheint Herbst zu sein und die Unbeschwerheit, dieses Gefühl, dass
etwas, vielleicht alles, möglich ist, welches ich stets im Sommer
verspüre oder es mir zumindest einrede, ist nicht da. War es dieses
Jahr auch nicht.

Alles ist grau und so fühle ich mich auch. Regen auf mein Haupt und
keine Aussicht auf die Sonne, die ich brauche, um nicht in Melancholie
zu versinken. Jetzt aber sinke und sinke ich und die Leinen, nach denen
ich greife, bieten mir keinen Halt.

Mein Zimmer ist kalt und wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, ist
niemand da, der auf mich wartet, niemand da, der mich anruft. Alle sind
ausgeflogen und ich bin hier geblieben. Sie sehen was von der Welt,
suchen und besuchen die Liebe, ich aber sehe nur mich im Spiegel. Ein
Gesicht, das älter ist, als es sein sollte.

Ich habe Freunde, viele davon
und noch mehr Bekannte. Natürlich rufen sie an. Aber das ist anders.
Eine SMS vor dem Einschlafen wäre schön, doch wenn ich sie bekommen,
lautet die Frage "Bringst du mir die Unterlagen von Morgen mit?".

Natürlich werde ich sie mitbringen. So, wie ich sie immer mitbringe.



9.8.05 11:52, kommentieren

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